Geschichte der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Logopädie

Die SAL wurde im Jahre 1942 in Zürich als Fachverband der Pro Infirmis gegründet. Sie hiess am Anfang Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Sprachgebrechliche (SAS) und wurde 1960 in Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Logopädie (SAL) umbenannt.

1946 gab es in der ganzen Schweiz noch keine Ausbildungsstätte für Logopädinnen und Logopäden. 1947 begann deshalb die SAL als erste Institution der Schweiz systematisch Logopädinnen und Logopäden auszubilden.

Es folgten mit der Zeit andere Institute

1949 eröffnete das Heilpädagogische Institut der Universität Freiburg seinen ersten Ausbildungsgang. 1961 entstand am Institut für Spezielle Pädagogik und Psychologie Basel eine Logopädieausbildung und 1973 eine solche am Heilpädagogischen Seminar in Zürich (heute Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH). 1967 eröffnete die Abteilung für Sprach- und Stimmstörungen der Universitäts-Ohrenklinik in Zürich eine dreijährige Weiterbildung zum Erwerb eines Diploms in klinischer Logopädie, die auf der logopädischen Grundausbildung von 3 Jahren aufbaut.

1960 wurde die "Société Romande d’Audiophonie de de Pathologie du Language" gegründet.

1978 entstand der "Schweizerische Berufsverband der Logopäden" (SBL), an dessen Gründung die SAL massgeblich beteiligt war. Der SBL wurde dann im Jahre 1985 in die regionalen Berufsverbände
"Deutschschweizer Logopäden Verband" (DLV), Association Romande des Logopédistes Diplomés" (ARLD), "Associazione Logopedisti della Svizzera Italiana" (ALOSI), aufgeteilt.
Für alle diese Entwicklungen zum Aufbau eines wirksamen Sprachheilwesens hatten die Initiativen der SAL als Fachverband und Ausbildungsstätte wesentliche Voraussetzungen geschaffen und Impulse gegeben.

Die SAL als Fachverband

Im Jahre 1985 wurde die SAL umstrukturiert und die Ausbildung organisatorisch von den übrigen Fachverbandsaufgaben, deren Bedeutung ständig zunimmt, getrennt. Geschäftsführer der SAL wurde 1985 Peter Schulthess, lic.oec.publ. Die SAL richtet ihre Anstrengungen als Fachverband vor allem auf die Bereiche Fortbildung, Koordination / Information.

Fort- und Weiterbildung

Infolge der sich rasant entwickelnden wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisse in der Logopädie und ihren angrenzenden Bereichen wird die Forderung gegenüber allen Fachleuten des Sprachheilwesens zwingender, ihre eigene Fortbildung als einen festen Bestandteil in ihre berufliche Tätigkeit einzubauen. Die SAL als Fachverband baut deshalb den Bereich Fort- und Weiterbildung aus. Als einzige Institution in der deutschsprachigen Schweiz bildet die SAL zudem Sprachheilkindergärtnerinnen aus.

Koordination / Information

Im Hinblick auf die immer vielfältigeren Vernetzungen von Organisationen wie auch von Problemen im Bereich der Heil- und Sonderpädagogik wird Zusammenarbeit zu einer Forderung und Voraussetzung, um ein sinnvolles Funktionieren dieser Netze zu gewährleisten. Dafür setzt sich die SAL vermehrt ein.

Als Informationsorgan für ihre Mitglieder gab die SAL schon früh einen Mitgliederbrief heraus, der 1997 zum SAL-Bulletin ausgebaut wurde. Heute ist das SAL-Bulletin eine in Fachkreisen geschätzte Fachzeitschrift, die mit einer Auflage von 1350 Exemplaren viermal jährlich erscheint.

Die SAL als Ausbildungsinstitut

Seit die SAL als erste Institution der Schweiz im Jahre 1947 systematisch Logopädiefachleute auszubilden begann, hat sie immer grossen Wert auf eine fundierte, qualitativ hoch stehende Ausbildung in Theorie und Praxis gelegt. Auch heute und in der Zukunft ist ihr die Ausbildung von qualifizierten Logopädinnen und Logopäden und anderen Fachleuten des Sprachheilwesens ein wichtiges Anliegen.

Die Logopädieausbildung wurde von 1949 - 1974 von Dr.h.c. H. Petersen, von 1974 bis 1997 von Rolf Ruckstuhl und ab 1997 von Jürg Rothenbühler geleitet.

2005 beginnt für die SAL eine neue Ära: Sie verlegt ihren Hauptsitz nach Rorschach (St. Gallen) und gibt sich neue Statuten und eine neue Organisationsstruktur: Die SAL ist nach wie vor Fachverband für das Sprachheilwesen. Sie führt aber neu die Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach (SHLR) als eigenständige Hochschule. Die Gesamtleitung der SAL/SHLR übernimmt als Rektor Jürg Rothenbühler. Die Verwaltungsgeschäfte führt als Verwaltungsleiter Silvio Hutter.